Verzeihen mir meine Katzen, dass ich im Urlaub war?
- Claudia Lehmann

- 10. Aug. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Als ich noch "nur" Katzen hatte, schlich sich jedes Mal nach der Rückkehr aus den Ferien ein eigenartiges Gefühl in mein Herz. Sie waren gut versorgt – jemand hatte sie täglich gefüttert, nach dem Rechten gesehen. Alles war "in Ordnung". Und doch: Wenn ich zur Türe reinkam, standen sie nicht da wie Hunde, mit wedelndem Schwanz und einem "Du bist wieder da!", stattdessen: Schweigen, Prüfung, Mustern.
Und Ein Blick, der sagte: "Ach, du existierst also noch?"
Ich fragte mich oft: War das wirklich ihr Vorwurf? Oder war es mein schlechtes Gewissen, das sich dort spiegelte?
Katzen sind feinfühlige Wesen. Sie zeigen ihre Emotionen nicht immer offensichtlich – aber sie fühlen. Und sie merken, wenn etwas fehlt. Wenn du fehlst. Und sie merken, wenn die gewohnte Energie, die tägliche Verbindung, einfach plötzlich weg ist. Sie verstehen vielleicht nicht, wohin du gegangen bist – nur, dass du weg warst. Dass da eine Lücke war.
Manche Katzen reagieren gar nicht. Andere ziehen sich zurück. Wieder andere klammern mehr als sonst, fordern Aufmerksamkeit ein oder schlafen plötzlich an ungewöhnlichen Orten. Vielleicht pinkeln sie plötzlich aufs Bett oder miauen nachts. Und oft stehen wir da, wissen nicht: Ist das Trotz? Verlust? Oder einfach nur ein schräger Zufall?

Ich glaube: Wenn ein Tier sein Verhalten verändert, lohnt es sich hinzuschauen. Nicht mit dem Vergrößerungsglas, nicht mit Angst. Sondern mit echtem Interesse, mit ehrlichem Zuhören. Denn genau dafür ist ein Seelengespräch da: eine Brücke zu bauen, wo Worte fehlen.
In einem solchen Gespräch darf die Katze erzählen, was sie erlebt hat. Ob sie sich einsam fühlte. Ob sie traurig war. Oder ob sie es vielleicht ganz okay fand, einfach mal in Ruhe zu dösen.
Wenn du spürst, dass sich euer Zusammensein nach deiner Rückkehr irgendwie verändert hat – dann darfst du hinhören. Und vielleicht auch fragen: "Möchtest du mir etwas sagen?"
Denn echte Verbindung hört nicht am Ferienende auf. Sie beginnt genau dort, wo wir bereit sind, auch das Ungesagte zu fühlen.





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